Vergesslichkeit – ihre Ursachen – mögliche Abhilfen

VergissmeinnichtHat uns nicht allen schon einmal unser Gedächtnis im Stich gelassen? Sei es eine uns bekannte Person erscheint und uns fällt der Name nicht ein. Bei aller Peinlichkeit sind wir dann froh irgendwie abzutauchen, um somit der Situation aus dem Wege zu gehen. Bohrende Fragen bleiben. Wir gehen in uns, suchen nach Anhaltspunkten und hoffen sich an den Namen der Person schnell wieder zu erinnern. Dauert es länger kommen weitere bohrende Frage auf und die betreffen einem selber. Wir hinterfragen uns. Liegt’s am Alter oder steckt dahinter eine Krankheit? Hatten wir im familiären Umfeld bereits leidvolle Erfahrungen im Umgang mit Gedächtnisschwund-Erkrankung gemacht? War es so, verstärken sich solche Fragen umso mehr.
Nicht viel anders verhält es sich, wenn wir nach Gegenständen suchen. Ordnungsliebend wie wir sind, verlegen wir unsere Gegenstände immer an die für sie vorgesehenen Plätze. Wenn wir sie dann brauchen finden wir sie dort nicht. Zu dumm eigentlich. Wir fragen uns, wann habe ich das Teil das letzte Mal benutzt? Wo haben wir es danach abgelegt? Können wir uns daran erinnern aber das Teil ist an dem vorgesehenen Platz nicht zu finden. Dann geht die Suche von neuem los. Verdammt noch mal fluchen wir. Wer hat uns hier unsere häusliche Ordnung durcheinander gebracht? Sogar der Ehepartner kann da leicht unter Verdacht geraten.
Beispiele gibt es viele. Vergesslichkeit und auch deren Ursachen sind unterschiedlich. Was bleibt sind immer die bohrenden Fragen. Selbstzweifel kommen auf. Es nimmt Einfluss auf unseren täglichen Lebensablauf. Geplante Handlungen kommen nicht zur Ausführung oder Verabredungen nicht eingehalten.
Als Kinder haben wir alle gerne Spiele daraus gemacht. Aber mit zunehmendem Alter hört der Spaß dann leider auf.

Ist das Vergessen die Ursache schwerwiegender Krankheiten?

Schwierigkeiten, sich an bestimmte Dinge nicht zu erinnern, sind bis zu einem gewissen Grad normal. Erinnerungslücken sind nicht besorgniserregend solange sie vereinzelt vorkommen. Treten diese Aussetzer regelmäßig in größerer Häufigkeit auf, konsultieren Sie auf jeden Fall Ihren Arzt.
Bei unserem Ge

dächtnis unterscheiden wir nach Kurzzeit- und Langzeitgedächtnis. Unser Gedächtnis nimmt Informationen auf und speichert sie. Zuerst speichert das Kurzzeitgedächtnis die aufgenommenen Informationen. Das Kurzzeitgedächtnis hat eine geringere Aufnahmekapazität für die Informationen als das Langzeitgedächtnis. Hat das Kurzzeitgedächtnis seine Grenze zur Speicherung der Informationen erreicht, überträgt es ältere Informationen ins Langzeitgedächtnis oder überschreibt sie mit neuen Informationen. Informationen, die für uns emotional wichtig sind oder mit denen wir etwas erlernt haben, überträgt das Kurzzeitgedächtnis ins Langzeitgedächtnis. Wir sagen „Das habe ich gelernt…das weiß ich“. Gemeint ist damit, dass diese Informationen aus dem Langzeitgedächtnis immer abrufbar sind. Informationen denen wir wenig Bedeutung beimessen, überschreibt das Kurzzeitgedächtnis mit neuen Informationen. Wir nennen es „das schnelle vergessen“.
Basierend der Emotionalität unserer Gedanken ist das Vergessen ein normaler Prozess unseres Gedächtnisses.

Was beeinflusst unser Gedächtnis?

1. Einfluss von Örtlichkeit und den eigene Emotionen
Ist Ihnen das nicht auch schon mal passiert? Sie besuchen einen Ort, ein Urlaubsort, zum wiederholten Mal und erinnern Sie sich an eine Örtlichkeit, die Sie vom vorherigen Besuch wiedererkennen. Hatten Sie dazu noch während Ihres letzten Aufenthaltes ein besonderes Ereignis, werden Sie auch das wieder in Erinnerung rufen. Sie können es quasi nicht vermeiden. Der Ort und die damit verbundene Emotionen spielen immer eine entscheidende Rolle, wenn Sie sich an etwas erinnern.
2. Einfluss von Stress und Müdigkeit
Beruflicher Stress oder Stress im Allgemeinen bedeutet, dass wir sehr stark auf eine bestimmte Sache konzentriert sind. Wir räumen anderen Dingen eine niedrigere Priorität ein. Das erkennt unser Gedächtnis. Unser Gedächtnis nimmt Gedanken nicht richtig auf und vergisst sie schnell wieder, wenn wir ihnen weniger Beachtung schenken.
Auch Müdigkeit führt zu einem eingeschränkten Erinnerungsvermögen. Wenn wir müde sind hat unser Gehirn eine verminderte Wahrnehmung und geringere Leistungsfähigkeit. Unser Gedächtnis ordnet Gedanken eine geringere Wertigkeit zu und sie werden schnell vergessen. Wenn wir beispielsweise im Schlaf einen Traum hatten, ist dieser Traum nach dem Erwachen schon wieder vergessen. Wir können uns nur an das erträumte erinnern, wenn wir uns bewusst kurz nach dem Erwachen auf das erträumte konzentrieren. Dazu gehört Übung. Vor allem müssen wir abends schon mit der Einstellung zu Bett gehen uns morgens nach dem Erwachen auf das Erträumte zu konzentrieren.
Gegen Müdigkeit und Stress hilft nur eins – bringen Sie Phasen der Regeneration in Ihren Tagesablauf ein.
3. Einfluss von Medikamenten und Krankheiten
Prinzipiell dient die Einnahme von Medikamente zur Heilung von Krankheiten und zu unserer Gesunderhaltung. Auf einigen Beipackzetteln von Medikamenten gibt es Hinweise, dass die Einnahme der Medikamente zu Beeinträchtigungen unseres körperlichen Wohlbefindens führen kann. In solchen Fällen kann unser Erinnerungsvermögen über den Einnahmezeitraum geschwächt sein. Sind diese Nebenwirkungen unvermeidbar, beachten Sie bitte die Anweisungen auf den Beipackzettel. Brechen Sie nicht eigenmächtig die Einnahme Ihrer Medikamente ab. Konsultieren Sie Ihrer Arzt, wenn Sie mit der Einnahme der Medikamente Schwierigkeiten haben.
Alkohol und Drogen trüben unser Gedächtnis nicht nur kurzfristig, sondern können unser Gehirn auch dauerhaft schädigen. Drum meiden Sie Alkohol und Drogen, wenn Ihre Gesundheit es Ihnen Wert ist.
Krankheiten schwächen unseren Körper. Je nach Krankheit ist dabei auch unser Erinnerungsvermögen beeinträchtigt. Unser Gehirn ist in solchen Fällen bedingt Aufnahmefähig und die Gefahr besteht Dinge zu vergessen.

Was können wir gegen Vergesslichkeit tun?

Wer etwas auf seine Gesundheit hält, der achtet zuerst auf seinen Lebensstil mit vorwiegend gesunder Ernährung und viel körperlicher Bewegung.
Reduzieren Sie Ihren Fleischkonsum und achten auf Ihr Körpergewicht. Trinken Sie reichhaltig. Etwa zwei Liter pro Tag benötigt Ihr Körper zur Versorgung Ihrer Organe. Suchen Sie sich dazu einen Ihnen wohlbekommenen Tee aus. Meiden Sie den Konsum von Alkohol und wenn es mal ein Glas Wein oder Bier sein sollte, dann bitte nur in geringen Maßen.
Wenn Sie Laufen, Radfahren oder Schwimmen profitiert Ihr Kopf und damit Ihr Gehirn am meisten von den körperlichen Aktivitäten. Regelmäßige Spaziergänge halten Ihr Gehirn auch im Alter fit. Mit zwei bis vier Kilometer dreimal pro Woche senken Sie Ihr Demenzrisiko.
Können Sie Stress nicht vermeiden, eignen Sie sich gezielte Entspannungsübungen zum Stressabbau an. Gönnen Sie sich einen 30 minütigen Mittagsschlaf auf Ihrem Sofa. Ihr Gehirn braucht auch mal Ruhe.
Lieben Sie Schach, Memory oder trickreiche Fingerspiele – es sorgt für reichhaltiges Training Ihrer grauen Zellen. Am meisten Spaß macht es mit der ganzen Familie.
Legen Sie sich ein anspruchsvolles Hobby zu, denn das ist sehr wichtig für Ihre geistigen Aktivitäten. Gehen Sie unter Leute und pflegen Sie Ihre Kontakte mit anderen Menschen.
Meine Empfehlung für Ihre Vorbeugung gegen Gedächtnisstörungen. Bleiben Sie gesund.

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